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Wild Friends 2026

  • Autorenbild: Susan
    Susan
  • 2. Jan.
  • 11 Min. Lesezeit

Löwe King Kimari, Elefant El-Flora und Mandrill Matuto

© 2025 für NICI GmbH




El-Flora und die Kraft der Schmetterlinge


Prolog: Die Träumerin der Savanne


Die Morgensonne malte goldene Streifen über die weite Savanne, als El-Flora zum dritten Mal an diesem Tag stehen blieb, um einem Schmetterling nachzusehen. Der zarte Falter tanzte durch die Luft wie ein lebendig gewordener Regenbogen, und El-Flora konnte einfach nicht widerstehen, ihm mit sanft wiegenden Schritten zu folgen.


„El-Flora! Nun komm doch endlich!", rief ihre Mutter ungeduldig von der Wasserstelle. Die anderen jungen Elefanten hatten längst gelernt, wie man mit dem Rüssel tief genug grub, um auch in der Trockenzeit an Wasser zu gelangen. Aber El-Flora? Sie hatte ihre Aufmerksamkeit schon wieder verloren.


Dieses Mal war es ein Spinnenetz, das im Morgenlicht funkelte wie ein Kronleuchter aus tausend Diamanten. „Schaut nur", flüsterte sie ehrfürchtig, „wie perfekt jeder Faden gespannt ist. Als hätte jemand die Sterne vom Himmel geholt und zwischen die Grashalme gewoben."


„Die Sterne helfen dir nicht, wenn du verdurstest", brummte ihr älterer Cousin Tembo kopfschütteln. „Du bist bald ausgewachsen, El-Flora. Zeit, erwachsen zu werden."


Aber El-Flora hörte kaum hin. Ihre Gedanken waren bereits bei den Wolkenschatten, die über die Ebene glitten wie riesige, sanfte Geister.




Kapitel 1: Die Sorge des Königs


Der Löwe King Kimari, dessen prachtvolle Mähne im Wind wehte wie ein Banner der Macht, beobachtete die junge Elefantin von einem erhöhten Felsvorsprung aus. Neben ihm saß Matuto, der Mandrill, dessen bunt gefärbtes Gesicht von Weisheit und Sorge zugleich gezeichnet war.


„Sie ist jetzt fast zwei Jahre alt", sagte Kimari mit tiefer, besorgter Stimme. „In der Wildnis bedeutet Unachtsamkeit den Tod. Raubtiere, Dürren, Stürme – die Savanne verzeiht keine Träumer."


Matuto kratzte sich nachdenklich am Kinn und ließ seinen Blick über die Landschaft schweifen. „Und doch", murmelte er, „habe ich in all meinen Jahren als Hüter des Gleichgewichts gelernt, dass die Natur manchmal seltsame Wege geht. Nicht jede Eigenheit ist eine Schwäche."


„Aber jede Schwäche kann tödlich sein", konterte Kimari. „Als König dieser Savanne trage ich Verantwortung für alle, die hier leben. El-Floras Familie ist verzweifelt. Sie hat bereits drei Mal die Herde verloren, weil sie Blumen betrachtet hat, statt bei ihnen zu bleiben."


Die beiden Weisen schwiegen eine Weile. Dann richtete sich Matuto auf, seine Augen glänzten mit plötzlicher Entschlossenheit. „Es gibt einen Ort", sagte er langsam, „weit jenseits der großen Akazienwälder. Die Super-HeldINNEN-Akademie. Dort werden jene ausgebildet, die ... anders sind. Die Talente haben, die nicht in die üblichen Muster passen."


Kimari drehte seinen mächtigen Kopf. „Du meinst, wir sollten sie fortschicken?"


„Ich meine, wir sollten ihr eine Chance geben, herauszufinden, wer sie wirklich ist", antwortete Matuto weise. „Manchmal muss man einen Samen aus seinem gewohnten Boden nehmen und ihn anderswo pflanzen, damit er zeigen kann, zu welch prächtiger Pflanze er werden kann."


So wurde beschlossen, dass El-Flora zur Akademie reisen sollte. Als man es ihr mitteilte, reagierte sie nicht mit Angst oder Protest. Stattdessen leuchteten ihre Augen auf. „Eine Reise? Zu einem neuen Ort? Mit neuen Schmetterlingen und neuen Wolken?" Sie trompetete freudig, während ihre Mutter besorgt den Kopf schüttelte.



Kapitel 2: Die Akademie der außergewöhnlichen Talente


Die Super-HeldINNEN-Akademie lag in einem verborgenen Tal, eingebettet zwischen sanften Hügeln, die mit Wildblumen übersät waren – ein Detail, das El-Flora sofort ins Herz schloss. Das Hauptgebäude war in den Stamm eines uralten Baobab-Baums eingelassen, dessen Äste so weit reichten, dass sie einen ganzen Trainingsplatz überschatteten.


Lord Luzie, die Leiterin der Akademie, erwartete sie am Eingang. Die ehrwürdige Fledermaus hing kopfüber von einem niedrigen Ast, ihre ledrigen Flügel waren mit silbernen Mustern verziert, die von ihrem adligen Stammbaum zeugten. Trotz ihrer ungewöhnlichen Position strahlte sie eine Würde aus, die sofort Respekt einflößte.


„El-Flora", sagte sie mit einer Stimme wie samtweiche Nacht, „willkommen. Ich habe schon viel über dich gehört."


„Wirklich?", fragte El-Flora überrascht. „Aber ich habe doch noch gar nichts getan."


„Genau das ist das Interessante", antwortete Lord Luzie und ließ sich elegant vom Ast fallen, wobei sie kurz vor dem Boden ihre Flügel ausbreitete. „Die meisten, die hierherkommen, haben ihre Kräfte bereits entdeckt – oft auf dramatische Weise. Du aber ... du bist anders. In dir schlummert etwas, das noch darauf wartet, geweckt zu werden."


Die ersten Wochen an der Akademie waren für El-Flora eine Offenbarung. Hier gab es Gazellen, die so schnell rennen konnten, dass sie buchstäblich auf Wasser liefen. Ein Chamäleon, das sich nicht nur unsichtbar machen, sondern auch die Gestalt anderer annehmen konnte. Ein Honigdachs mit der Fähigkeit, jedes Gift in heilende Medizin zu verwandeln.


Aber bei El-Flora wollte sich einfach keine besondere Kraft zeigen. Im Krafttraining war sie stark – aber nicht stärker als jeder andere Elefant. Im Schnelligkeitstraining war sie langsam. Im Stealth-Unterricht war sie ... nun ja, sie war ein Elefant. Unauffällig sein war nicht gerade ihre Stärke.


„Vielleicht liegt meine Kraft im Beobachten?", schlug sie hoffnungsvoll vor, nachdem sie eine Stunde damit verbracht hatte, das Muster auf den Flügeln eines Schmetterlings zu studieren, statt an der Teamübung teilzunehmen.


„Das Beobachten ist wichtig", sagte Lord Luzie geduldig, „aber es ist normalerweise keine Superkraft an sich. Bleib geduldig, El-Flora. Deine Zeit wird kommen.“



Kapitel 3: Der Sturz


Vier Wochen später machten sich King Kimari und Matuto auf den Weg zur Akademie. Der Pfad führte sie durch raues Gelände, vorbei an steilen Klippen und über schmale Bergpässe.


„Ich bin gespannt, was aus ihr geworden ist", sagte Kimari, während er vorsichtig einen Vorsprung überquerte. „Hoffentlich hat sie …“


Seine Worte wurden jäh unterbrochen. Ein loser Stein unter seiner Pranke. Ein Moment des Gleichgewichtsverlusts. Ein verzweifelter Versuch, sich festzukrallen. Dann das Gefühl des Fallens.


Kimari stürzte die steile Böschung hinunter, schlug gegen Felsen, überschlug sich, und landete schließlich mit einem dumpfen Aufprall am Fuß des Abhangs. Er blieb reglos liegen.


„Kimari!", schrie Matuto und kletterte so schnell er konnte hinunter. Der König atmete noch, aber er war bewusstlos, und sein Hinterbein lag in einem unnatürlichen Winkel. Blut sickerte aus einer Wunde an seiner Schulter.


Matuto war ein weiser Berater, aber kein Heiler. Und selbst wenn er es gewesen wäre – wie sollte er einen verletzten ausgewachsenen Löwen transportieren? Die nächste Hilfe war Stunden entfernt. Panik stieg in ihm auf.


„Ich muss ... ich muss jemanden finden", stammelte er zu dem bewusstlosen König. „Ich komme zurück, ich verspreche es."


Doch bevor er losrennen konnte, spürte er einen seltsamen Windhauch. Die Luft schien zu vibrieren, als würde die Savanne selbst den Atem anhalten.



Kapitel 4: Der Ruf


Zur gleichen Zeit, viele Kilometer entfernt in der Akademie, saß El-Flora im Schatten des Baobab-Baums. Sie sollte eigentlich Meditationsübungen machen, „um ihre innere Kraft zu finden", wie Lord Luzie es ausgedrückt hatte. Aber ihre Gedanken schweiften ab, wie immer.


Sie beobachtete eine Kolonie von Webervögeln, die kunstvolle Nester bauten. Jeder Grashalm wurde mit solcher Präzision verwoben, als würden sie einem unsichtbaren Plan folgen. El-Flora fragte sich, woher sie wussten, wie es gemacht werden musste. War es Instinkt? Oder erinnerten sie sich an etwas, das ihnen niemand beigebracht hatte?


Plötzlich durchzuckte sie ein Gefühl, das sie nie zuvor gespürt hatte. Es war, als würde eine unsichtbare Saite in ihrer Brust gezupft, eine Resonanz, die durch ihren ganzen Körper hallte. Ihr Herz begann zu rasen, nicht aus Angst, sondern aus einer seltsamen Dringlichkeit.


Etwas war falsch. Nicht hier, aber irgendwo. Irgendwo brauchte jemand Hilfe.


Ohne nachzudenken sprang El-Flora auf und begann zu rennen. Ihre Beine bewegten sich wie von selbst, trugen sie fort von der Akademie, hinaus in die Wildnis.


„El-Flora! Wohin gehst du?", rief Lord Luzie von ihrem Aussichtsplatz.


„Ich ... ich weiß es nicht!", antwortete El-Flora, während sie weiterlief. „Aber ich muss! Ich muss jetzt los!"


Lord Luzie beobachtete, wie die junge Elefantin in der Ferne verschwand. Ein langsames Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. „So ist es also", murmelte sie leise. „Endlich.“



Kapitel 5: Die Reise des Instinkts


El-Flora rannte, schneller als sie jemals zuvor gerannt war. Sie folgte keinem sichtbaren Pfad, keiner Karte, keinen Anweisungen. Stattdessen ließ sie sich von etwas leiten, das tiefer ging als Gedanken – einem uralten Wissen, das in ihren Knochen gespeichert war.


Als sie an eine Weggabelung kam, hielt sie inne. Der Wind trug Düfte heran: Staub von links, Feuchtigkeit von rechts. Ohne zu überlegen wandte sie sich nach links. Etwas in der Qualität der Luft, in der Art, wie das Sonnenlicht gebrochen wurde, sagte ihr: „Hier entlang."


Sie passierte einen Bach und nahm kaum wahr, wie kühl das Wasser war. Sie durchquerte einen dichten Wald, deren Schatten normalerweise ihre Aufmerksamkeit gefesselt hätten, aber heute nicht. Heute war sie fokussiert wie nie zuvor.


Die Sonne stand bereits tief, als sie schließlich den steilen Berghang erreichte. Und dort, am Fuß der Böschung, sah sie ihn: King Kimari, regungslos. Matuto kniete neben ihm, sein Gesicht eine Maske der Verzweiflung.


„El-Flora!", rief Matuto aus, als er sie sah. Seine Augen weiteten sich vor Überraschung. „Wie ... wie bist du ...? Das ist unmöglich! Niemand wusste, wo wir sind!"


Aber El-Flora antwortete nicht. Sie hatte keine Zeit für Erklärungen. Ihre Augen waren bereits auf King Kimari gerichtet, nahmen sein verletztes Bein wahr, die Blutung, die flache Atmung.


Dann tat sie etwas, das Matuto vollkommen verwirrte: Sie drehte sich um und rannte auf die nahe Wiese.



Kapitel 6: Die unmögliche Lösung


„El-Flora! Was machst du?", rief Matuto verzweifelt. „Jetzt ist nicht die Zeit zum Blumenpflücken! King Kimari stirbt!"


Aber El-Flora hörte nicht auf ihn. Mit ihrem Rüssel begann sie, Blumen zu sammeln – nicht wahllos, sondern gezielt. Lange, flexible Stängel. Blüten mit starken Fasern. Ranken, die sich ineinander verweben ließen.


Ihre Bewegungen waren fließend, fast wie ein Tanz. Ihre Rüsselfinger, die sie ihr ganzes Leben lang benutzt hatte, um zarte Dinge zu berühren und zu untersuchen, webten nun mit unglaublicher Geschicklichkeit. Sie flocht die Stängel ineinander, verstärkte sie mit Ranken, schuf ein Muster, das nicht nur schön, sondern auch funktional war.


„Sie ist verrückt geworden", murmelte Matuto. „Der Schock ..."


Aber dann sah er, was entstand. Es war keine einfache Blumenkette. Es war eine Hängematte – groß genug und stark genug, um einen Löwen zu tragen. Die Fasern waren so miteinander verwoben, dass sie das Gewicht gleichmäßig verteilten. Jeder Knoten war perfekt platziert.


„Hilf mir", sagte El-Flora ruhig. Gemeinsam rollten sie den bewusstlosen King Kimari vorsichtig auf die Blumenhängematte. Er war schwer, unglaublich schwer, aber das Geflecht hielt.


„Und jetzt?", fragte Matuto. „Selbst wenn wir ihn tragen könnten – wir schaffen es nie rechtzeitig bis zur nächsten Hilfe."


El-Flora antwortete nicht. Stattdessen trat sie einen Schritt zurück, schloss ihre Augen und holte tief Luft. Tiefer, als Matuto einen Elefanten je hatte atmen sehen.


Dann stieß sie einen Laut aus, der anders war als jedes Trompeten, das Matuto kannte. Es war hoch und melodisch, fast wie ein Gesang. Die Schwingungen schienen sich durch die Luft auszubreiten wie Wellen auf einem Teich.


Zuerst geschah nichts. Dann verdunkelte sich der Himmel.



Kapitel 7: Der Schwarm


Sie kamen aus allen Richtungen. Hunderte. Nein, Tausende. Schmetterlinge in allen Farben des Regenbogens und einigen, für die es keine Namen gab. Monarchfalter mit orange-schwarzen Flügeln. Schwalbenschwänze mit eleganten Spitzen. Blaue Morphos, die im Licht schimmerten wie flüssiger Himmel. Weiße Admirale. Pfauenaugen. Zitronenfalter.


Sie bildeten eine lebende Wolke, die um El-Flora kreiste wie ein Tornado aus Farben. Ihr Flügelschlag erzeugte einen Ton wie das Rascheln von tausend seidenen Tüchern.


Matuto stand mit offenem Mund da, unfähig zu sprechen.


Langsam, als folgten sie einer stummen Choreographie, ließen sich die Schmetterlinge auf der Blumenhängematte nieder. Jeder fand seinen Platz, Flügel berührten sich, kleine Beine griffen ins Gewebe. Sie arbeiteten als eine Einheit, als ein einziger Organismus.


Und dann – unglaublich, unmöglich, und doch geschah es – begannen sie, die Hängematte anzuheben.


„Das ... das kann nicht sein", flüsterte Matuto. „Schmetterlinge können nicht ... ein Löwe wiegt über zweihundert Kilogramm!"


„Einzeln nicht", sagte El-Flora leise, ihre Augen noch immer geschlossen, noch immer konzentriert. „Aber gemeinsam ... wenn jeder nur einen winzigen Teil trägt ... wenn sie alle perfekt synchronisiert sind ... dann ist das Unmögliche möglich."


Die Hängematte stieg höher. King Kimari schwebte nun einen Meter über dem Boden, getragen von einem Meer aus flatternden Flügeln. Das Sonnenlicht brach sich in den Farben, schuf einen Regenbogen, der sich um den schlafenden König legte wie ein Schutzmantel.


„Meine Superkraft", sagte El-Flora und öffnete endlich die Augen, „ist die Leichtigkeit. Nicht die Leichtigkeit des Gewichts, sondern die Leichtigkeit des Seins. Die Fähigkeit zu sehen, wie die kleinsten Dinge zusammenarbeiten können, um das Größte zu bewegen. Die Verbindung zwischen allem, was leicht und zart erscheint."


Sie begann zu gehen, und der Schwarm folgte ihr, trug King Kimari sanft durch die Luft wie eine königliche Sänfte.



Kapitel 8: Die Heimkehr


Die Reise zurück war langsam, aber stetig. El-Flora führte den Weg, ihr Schritt sicher und bestimmt. Hinter ihr schwebte King Kimari in seinem Kokon aus Schmetterlingen, und Matuto folgte in ehrfürchtigem Schweigen.


Unterwegs passierten seltsame Dinge. Vögel, die normalerweise Schmetterlinge jagten, änderten ihren Flugkurs und ließen den Schwarm in Frieden. Ein Windstoß, der sie hätte vom Kurs abbringen können, legte sich plötzlich. Sogar die Wolken schienen sich zu teilen, um den Weg freizugeben.


„Die Natur selbst hilft ihr", murmelte Matuto staunend. „Als hätte sie immer schon gewusst, was El-Flora werden würde."


Als sie die Savanne erreichten, hatte sich die Nachricht bereits verbreitet. Tiere aller Arten hatten sich versammelt, um das Wunder zu sehen: einen Löwen, getragen von Schmetterlingen, geleitet von einem Elefanten, der gelernt hatte, dass Träumen keine Schwäche, sondern eine Stärke war.


Lord Luzie erwartete sie bereits. Die weise Fledermaus hing von einem Akazienbaum und beobachtete die Ankunft mit einem wissenden Lächeln.


„Du hast deine Prüfung bestanden", sagte sie zu El-Flora. „Und nicht nur das – du hast uns allen eine wichtige Lektion gelehrt."


El-Flora legte King Kimari vorsichtig auf ein Bett aus weichem Gras. Die Schmetterlinge lösten sich langsam von der Hängematte und flatterten davon, jeder zu seinem eigenen Bestimmungsort. Bald war der Himmel wieder klar, als wäre nichts geschehen.



Kapitel 9: Das Erwachen


Zwei Tage lang schlief King Kimari, während die besten Heiler der Savanne sich um seine Verletzungen kümmerten. El-Flora wich nicht von seiner Seite. Sie saß da, beobachtete die Bewegungen der Wolken, lauschte dem Wind, aber nun verstand sie, dass diese Dinge nicht bloße Ablenkungen waren. Sie waren Verbindungen – Fäden in einem größeren Gewebe, das sie nun endlich zu sehen begann.


Als Kimari schließlich die Augen öffnete, war das Erste, was er sah, El-Floras sanftes Gesicht.

„Du bist hier", murmelte er mit schwacher Stimme.


„Ich bin hier", bestätigte sie.


„Matuto hat mir erzählt, was du getan hast." Der Löwe versuchte sich aufzurichten, aber El-Flora legte sanft ihren Rüssel auf seine Schulter, hielt ihn zurück. „Er sagte, du hättest mich mit Schmetterlingen gerettet. Ich dachte, das Fieber hätte ihn verwirrt gemacht."


„Es war wirklich so", sagte El-Flora lächelnd.


Kimari blickte sie lange an. In seinen Augen lag etwas Neues – nicht mehr nur Sorge oder Ungeduld, sondern Verständnis und vielleicht sogar Bewunderung.


„Ich habe mich geirrt", sagte er schließlich. Seine Stimme war fest, trotz der Schwäche. „Ich hielt deine Träumereien für nutzlos. Ich dachte, du würdest die Realität ignorieren. Aber ich war es, der blind war."


„Du wolltest mich nur beschützen", antwortete El-Flora sanft.


„Vielleicht. Aber ich habe nicht verstanden, dass es verschiedene Arten von Stärke gibt. Ich sehe die Welt in Begriffen von Macht und Gefahr. Du aber ... du siehst Verbindungen. Möglichkeiten. Du siehst, wie die zartesten Dinge, wenn sie zusammenkommen, stärker sein können als alles, was ich je kannte."


Er schloss kurz die Augen, erschöpft von der Anstrengung des Sprechens. „Deine Träumereien, deine Leichtigkeit, deine Art, die Welt zu sehen – das ist deine größte Stärke. Und genau das hat mich gerettet."



Epilog: Die wahre Heldin


Wochen später fand eine Zeremonie in der Super-HeldINNEN-Akademie statt. Tiere aus der ganzen Savanne waren gekommen, um zu sehen, wie El-Flora ihren Abschluss erhielt.


Lord Luzie schwebte vor der versammelten Menge, ihre silbernen Flügelmuster glänzten im Sonnenlicht. „Eine wahre Heldin zu sein", verkündete sie mit ihrer samtenen Stimme, „bedeutet nicht, stark zu sein wie ein Löwe oder schlau wie ein Mandrill. Es bedeutet nicht einmal, über außergewöhnliche Kräfte zu verfügen."


Sie wandte sich zu El-Flora um. „Eine wahre Heldin erkennt ihre eigene, einzigartige Kraft und lernt, sie zum Wohl anderer einzusetzen. El-Flora hat genau das getan. Sie hat verstanden, dass Leichtigkeit keine Schwäche ist. Dass Träumen kein Vergeuden von Zeit ist. Dass das Beobachten der kleinsten Details uns lehren kann, wie wir die größten Probleme lösen."


Ein Schmetterling – ein einzelner, leuchtend blauer Morpho – landete auf El-Floras Rüssel. Sie betrachtete ihn mit der gleichen Aufmerksamkeit und dem gleichen Staunen wie eh und je.


„Und so", fuhr Lord Luzie fort, „erkläre ich hiermit El-Floras Ausbildung für offiziell abgeschlossen. Aber nicht, weil sie alles gelernt hat – sondern weil sie uns alle gelehrt hat."


Die Menge brach in Jubel aus. King Kimari, der immer noch ein wenig humpelte, aber deutlich genesen war, trat vor. Er verbeugte sich vor El-Flora – eine Geste, die ein König selten vollzog.


„Die Savanne ist sicherer mit dir in ihr", sagte er. „Nicht weil du stark bist, sondern weil du siehst. Und manchmal ist das Sehen die größte Superkraft von allen."


El-Flora lächelte. Der Schmetterling auf ihrem Rüssel öffnete seine Flügel, entfaltete die leuchtenden Farben, und flog davon. Aber diesmal schaute El-Flora ihm nicht nach, bis er verschwunden war. Stattdessen wandte sie sich ihrer Familie zu, ihren Freunden, all denen, die gekommen waren.


Sie hatte gelernt, dass Träumen wichtig war. Aber sie hatte auch gelernt, dass Träume nur dann ihre volle Kraft entfalteten, wenn man sie mit der Welt teilte.


Und so begann ein neues Kapitel in El-Floras Leben – nicht als Träumerin, die sich von der Realität entfernte, sondern als Brückenbauerin zwischen dem Unmöglichen und dem Möglichen, zwischen dem Winzigen und dem Gewaltigen, zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte.


Die Savanne würde nie wieder dieselbe sein. Und das war gut so.


Ende



„Die Leichtigkeit liegt nicht darin, Gewicht zu ignorieren, sondern darin zu verstehen, wie selbst das Schwerste getragen werden kann – wenn viele Kleine zusammenkommen und gemeinsam fliegen." — Weisheit der Super-HeldINNEN-Akademie




(Diese Geschichte wurde mit Hilfe von ChatGPT erstellt.)






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